biografien

„Fern von Aleppo“ von Faisal Hamdo

 

Wie sieht Integration aus der Sicht eines Betroffenen aus? Wie empfinden Menschen aus anderen Kulturen ihr neues Leben hier in Deutschland? Was sehen sie positiv und übernehmen es auch gerne und wo fällt die Akzeptanz besonders schwer?

 

Diese Fragen beantwortet das Buch auf sehr unterhaltsame Weise. Faisal Hamdo beschreibt sein Erstaunen und Verwundern genauso wie den Respekt und die Anerkennung für unsere Art zu Leben. Er ist dankbar, hier eine neue Heimat gefunden zu haben und wagt immer wieder den Spagat zwischen Anpassung und dem Bewahren seiner eigenen Traditionen.

 

In beiden Ländern gibt es Gutes und weniger Gutes, ganz unabhängig vom Krieg. Faisal Hamdo beschreibt auch, wie er unter dem Generalverdacht nach dem Kölner Silvester gelitten hat und an anderer Stelle, dass er sich für den Sprachwitz von Loriot begeistert.

 

Das Buch ist sehr facettenreich. Es blendet mehrfach zwischen den Kulturen hin und her und gibt Gelegenheit, sein eigenes Verhalten zu überdenken . Manche Freiheiten und Annehmlichkeiten sind eben nicht selbstverständlich. Es tut gut, sich das ab und zu bewusst zu machen.

(Andrea Eber)

 


 "Wer fast nichts braucht, hat alles 

Janosch – Die Biographie" von Angela Bajorek

 

„Wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten.“

So kennen wir alle die Botschaft aus Janoschs bekanntem Bilderbuch.

Zum 85. Geburtstag von Horst Eckert, so sein im Taufregister eingetragener Name, erschien im vergangenen Jahr die Biographie.

 

Eine Biographie, die seine schreckliche Kindheit und Jugend in einem oberschlesischen Bergarbeiter-Dorf an der polnischen Grenze beschreibt. Eine Kindheit, in der Prügel und körperliche und seelische Misshandlungen das tägliche Leben bestimmten.

Es ist ein langer Weg, der von Enttäuschungen, Sarkasmus, und Alkohol-Exzessen geprägt wurde und es ist fast ein Wunder, dass wir mit seinen Bilderbüchern, Romanen und Illustrationen einen ganz anderen Janosch kennen.

 

Über 1000 E-Mails mit dem Künstler, der schon seit Jahrzehnten auf Teneriffa lebt, persönliche Gespräche und Recherchen an den Original-Schauplätzen im heutigen Polen haben sind die Grundlage für dieses sehr lesenswerte Buch.

 


 

"Rolle Vorwärts" von Samuel Koch

 

 

Seit seinem Unfall bei „Wetten dass…“ 2010 ist Samuel Koch vom Hals abwärts gelähmt und rund um die Uhr auf fremde Hilfe angewiesen. Dies hindert ihn aber nicht, weiterhin aktiv seinen Alltag zu gestalten und mit einer positiven Grundeinstellung durchs Leben zu rollen. Neben Details zu seinem Alltag, seiner Familie und seinem Glauben bezieht er auch Stellung, etwa zu Inklusion, Pränatale Diagnostik und Sterbehilfe, zum Pflegenotstand und dem deutschen Vorschriftendschungel….

 

Sehr klug und nachvollziehbar, dabei berührend geschrieben.

 


"Mascha Kaleko" von Jutta Rosenkranz

 

Mascha Kaleko, deutsche Lyrikerin, Kind einer Österreicherin und eines Russen   wächst im Nazideutschland als Jüdin auf, emigriert in die USA um dann in Israel zu leben.

Kalekos Gedichte sind wunderbar emotional, dabei realistisch und lebensnah. Im evangelischen Gesangbuch finden wir ebenfalls eines auf Seite 931!

 

(Beate Pfänder)


"Astrid Lindgren: Die Menschheit hat den Verstand verloren: Tagebücher 1939 – 1945 "

                                                              

Von einer ganz anderen Seite lernen die Leser hier Schwedens einzigartige Kinderbuchautorin kennen. Die Entwicklungen der Ereignisse in diesen Schicksalsjahren Europas, sowie die persönlichen Sorgen, Ängste und Befürchtungen Lindgrens sind hier aufgezeichnet. Auch die philosophischen Fragen, die sie stellt, etwa nach Werten, nach Gut und Böse, sind heute wieder so aktuell wie damals. Ein einzigartiges Zeitdokument einer klugen, weitsichtigen Frau….